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Infill: Muster, Dichte & Wandstärke

Das richtige Infill-Muster und die passende Wandstärke sind entscheidend für Festigkeit, Druckzeit und Materialverbrauch. Dieser Guide erklärt alle gängigen Muster und wann du welche Einstellungen wählen solltest.

Infill-Dichte: Wann wie viel?

Dichte Einsatz Beispiele
0 – 5 % Dekorativ, keine Last Vasen, Figuren, Prototypen
10 – 20 % Leichte Alltagsteile Gehäuse, Halter, Displays
20 – 40 % Standard-Funktionsteile Halterungen, Clips, Werkzeugteile
40 – 60 % Belastete Teile Zahnräder, Hebel, Druck-/Zugteile
60 – 80 % Hohe Belastung Schraubverbindungen, Achsen, Scharniere
80 – 100 % Maximale Festigkeit Sicherheitskritische Teile, Ersatzteile

Wichtig: Mehr Infill bedeutet nicht immer mehr Festigkeit. Oberhalb von 40 % bringen mehr Perimeter (Wandstärken) oft mehr als mehr Infill.

Infill-Muster im Vergleich

Grid / Lines — Schnell, Standard

  • Einfaches Gitter oder parallele Linien
  • Schnell zu drucken, gute Top-Layer-Unterstützung
  • Nicht isotrop — unterschiedliche Festigkeit in X/Y vs. Z
  • Ideal für Dekor, Prototypen, schnelle Drucke

Gyroid — 3D-isotrop, empfohlen für Funktionsteile

  • Gleichmäßige Festigkeit in alle 3 Richtungen
  • Flexible Absorption von Kräften (gut für schlagzähe Teile)
  • Etwas langsamer als Grid, aber bei gleicher Dichte fester
  • Empfehlung: ab 15 % Dichte für alle Funktionsteile

Honeycomb / Cubic — Stabil und kompressionsresistent

  • Hexagonale oder kubische Zellstruktur
  • Sehr gut bei Druckbelastung (Kompression)
  • Cubic: gut für Allround-Funktionsteile (ähnlich Gyroid)
  • Honeycomb: klassisch gut, aber Gyroid in modernen Slicern meist besser

Lightning / Adaptive — Schnell für Top-Layer-Unterstützung

  • Minimales Infill nur wo Top-Layer Unterstützung brauchen
  • Keine Festigkeit — nur für Dekorteile oder Prototypen
  • Spart bis zu 50 % Material gegenüber 15 % Grid
  • OrcaSlicer, Cura, PrusaSlicer: Lightning / Adaptive Cubic verfügbar

Wandstärke: oft wichtiger als Infill

Die Wandstärke (Perimeter-Anzahl) hat bei den meisten Alltagsteilen mehr Einfluss auf die Festigkeit als die Infill-Dichte.

Perimeter (0.4 mm Düse) Wandstärke Einsatz
2 Perimeter ~0.8 mm Dekor, Miniatures
3 Perimeter ~1.2 mm Standard (Slicer-Default)
4 Perimeter ~1.6 mm Funktionsteile, Halter
5–6 Perimeter ~2.0 – 2.4 mm Belastete Teile, Schrauben
8+ Perimeter 3.2 mm+ Maximale Festigkeit

Top/Bottom Layer Anzahl

  • Standard: 4–5 Layer (0.2 mm Schichtdicke = 0.8–1.0 mm)
  • Optisch hochwertig: 6–8 Layer für glattere Oberfläche
  • Faustregel: Top-Layer-Höhe ≥ 0.75 mm (bei 0.2 mm → min. 4 Layer)
  • Bei geringem Infill (<15 %) mehr Top-Layer nötig um Löcher zu schließen

Empfehlungen nach Anwendungsfall

Schneller Prototyp

15 % Lightning, 2 Perimeter, 3 Top/Bottom — minimale Zeit, ausreichende Form

Alltagshalter

20 % Gyroid, 3–4 Perimeter, 5 Top/Bottom — gute Balance aus Zeit und Festigkeit

Belastetes Funktionsteil

40 % Gyroid/Cubic, 5–6 Perimeter, 6 Top/Bottom — hohe Festigkeit

Optik-Druck

10 % Grid, 4 Perimeter, 8 Top/Bottom — glatte Oberfläche, gute Stabilität

Faustregel: Für maximale Festigkeit bei minimalem Gewicht gilt: mehr Perimeter schlägt mehr Infill. Erhöhe zuerst die Wandstärke auf 4–5, bevor du Infill über 30 % hebst. Die Wände tragen die meiste Last — das Infill unterstützt nur die Flächen.
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